Einsatzkräfte im abgebrannten Grenfell Tower | Bildquelle: AFP

Feuer in Londoner Hochhaus Gebäudeverkleidung war möglicherweise verboten

Stand: 18.06.2017 14:53 Uhr

Im Zuge der Ermittlungen zum Brand im Londoner Grenfell Tower kommen neue Versäumnisse ans Licht. So war die verwendete Gebäudeverkleidung möglicherweise verboten. Der Londoner Bürgermeister Khan hält den Abriss veralteter Hochhäuser für denkbar.

Die am Grenfell Tower verwendete brennbare Gebäudeverkleidung ist nach Auffassung des britischen Schatzkanzlers verboten. Die strafrechtliche Untersuchung der Brandkatastrophe in dem Londoner Sozialbau solle nun prüfen, ob es bei der Renovierung des Hochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte Philip Hammond der BBC. Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass sich die Flammen über die Fassadendämmung rasch ausbreiten konnten.

Labour: Dokumente sichern

Im Zuge der laufenden Ermittlungen forderte die britische Opposition, alle Unterlagen zu dem Bau zu sichern. Der Labour-Abgeordnete David Lammy erklärte, die Regierung und die Polizei müssten sofort alle Dokumente beschlagnahmen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Das betreffe alle schriftlichen Unterlagen, aber auch E-Mails, die Korrespondenz mit den Bauunternehmen, Sicherheitsprüfungen und technische Vorgaben.

Der Londoner Bürgermeister brachte zudem den Abriss von veralteten Gebäuden ins Gespräch. Dies könne bei Hochhäusern aus den 1960er und -70er Jahren aus Sicherheitsgründen nötig werden, schrieb Sadiq Khan in einem Beitrag für die Sonntagszeitung "The Observer". In der Wiederaufbauphase nach dem Krieg seien viele Hochhäuser entstanden, die heutigen Standards nicht mehr entsprächen.

Neun Opfer in kritischem Zustand

Das Feuer hat nach offiziellen Angaben mindestens 58 Menschen das Leben gekostet. Noch immer werden 18 Menschen in Krankenhäusern behandelt. Neun von ihnen befinden sich noch in kritischem Zustand, wie die britische Gesundheitsbehörde NHS mitteilte. Sie leiden unter Verbrennungen und Rauchvergiftungen.

Mit einer Schweigeminute an diesem Montag will Großbritannien der Opfer des Hochhausbrandes gedenken. Um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) soll in allen öffentlichen Gebäuden Stille herrschen, teilte die Regierung mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Juni 2017 um 16:00 Uhr

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