Venezuelas Präsident Maduro bei einem Treffen des Politischen Rat der Bolivarianischen Allianz für Amerika | Bildquelle: dpa

Krise in Venezuela Trump setzt Maduro unter Druck

Stand: 12.08.2017 10:20 Uhr

Angesichts der Krise in Venezuela wächst der Druck auf Präsident Maduro. US-Präsident Trump brachte eine militärische Option ins Gespräch und Peru weist den venezolanischen Botschafter aus.

Venezuelas Präsident Nicolas Maduro gerät angesichts der sich zuspitzenden Krise in seinem Land international unter Druck.

US-Präsident Donald Trump schloss eine militärische Intervention nicht aus. "Wir haben Truppen auf der ganzen Welt, an weit entfernten Orten. Venezuela ist nicht sehr weit weg und die Menschen dort leiden und sterben", sagte er. "Wir haben viele Optionen bei Venezuela, einschließlich notfalls eine mögliche militärische Option." Die Lage in Venezuela sei sehr gefährlich.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte allerdings, es habe keine Anweisungen des Weißen Hauses in Bezug auf Venezuela erhalten. Das Militär sei bereit, Bemühungen zum Schutz von US-Bürgern und der nationalen Interessen der USA zu unterstützen. Anspielungen der venezolanischen Regierung auf eine US-Invasion seien aber haltlos.

US-Sanktionen gegen Maduro

Nach Angaben des Weißen Hauses bat Maduro um ein Telefongespräch mit Trump. "Präsident Trump wird gerne mit dem Führer Venezuelas sprechen, sobald die Demokratie in diesem Land wiederhergestellt ist", hieß es in der Erklärung.

Die US-Regierung hatte nach der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung Ende Juli bereits Sanktionen gegen Staatschef Maduro verhängt und dessen Vermögen in den USA eingefroren.

Sie bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als "Diktator" und kritisierte das neue Gremium als "rechtswidrig". Später erließen die USA außerdem Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger.

Das US-Verteidigungsministerium | Bildquelle: dpa
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Aus dem Pentagon hieß es, es lägen keine Anweisungen in Bezug auf Venezuela vor.

Peru weist Botschafter aus

Peru wies den venezolanischen Botschafter aus. Nach Angaben des Außenministeriums in Lima hat der Botschafter fünf Tage Zeit, das Land zu verlassen.

Begründet wurde der Schritt mit einer "unakzeptablen" Antwort der venezolanischen Regierung Maduro auf eine Protesterklärung von 17 Staaten, die Maduro einen "Bruch der demokratischen Ordnung" vorwerfen. Diese Erklärung war auf Betreiben Perus vor wenigen Tagen in Lima beschlossen worden.

Die verfassungsgebende Versammlung ist anderen Staatsgewalten übergeordnet. Ihre Mitglieder, die überwiegend Anhänger der Sozialisten sind, waren in einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl bestimmt worden. Das bisherige Parlament, in dem die Opposition die Mehrheit hat, wurde entmachtet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. August 2017 um 04:50 Uhr.

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