Feuerwehrleute in Portugal | Bildquelle: AP

Waldbrände in Portugal Erste Erfolge im Kampf gegen die Flammen

Stand: 18.06.2017 18:13 Uhr

Im Zentrum Portugals kämpfen Hunderte Feuerwehrleute noch immer gegen die schwersten Waldbrände seit Jahrzehnten. Mehr als 60 Menschen starben. An zwei von vier Fronten sei das Feuer mittlerweile unter Kontrolle, hieß es aus dem Innenministerium. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Mindestens 62 Tote und mehr als 50 Verletzte - das ist die bisherige Bilanz des verheerenden Waldbrandes in Zentralportugal. Doch aus der betroffenen Region Pedrógão Grande kommt auch ein Signal der Hoffnung: Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes.

Mindestens 62 Tote bei verheerenden Waldbränden in Portugal
tagesschau 16:00 Uhr, 19.06.2017, Stefan Schaaf, ARD Madrid

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Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz

Löschflugzeuge und Hubschrauber hätten zunächst wegen der starken Rauchentwicklung nicht eingesetzt werden können. Mittlerweile seien in Pedrógão Grande und drei Nachbar-Kreisen 690 Feuerwehrmänner mit 216 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen im Einsatz, so Gomes. Der Einsatz sei wegen der hohen Temperaturen, der extremen Trockenheit und der starken Winde weiterhin schwierig.

"Keinen einzigen Feuerwehrmann gesehen"

Ganze Dörfer in der bergigen Region seien von Flammen umschlossen, berichten Medien. Viele Menschen waren dem Feuer hilflos ausgeliefert. "Das war unvorstellbar, sagt eine Frau. "Der Wind hat brennende Blätter hergetragen, alles ist abgebrannt. Und wir haben keinen einzigen Feuerwehrmann gesehen." Die Feuerwehr kam tatsächlich vielerorts zu spät, zum Teil, weil sie einfach nicht durchkam. So wurde etwa eine Schnellstraße zur tödlichen Falle. Mehrere Menschen hatten sich in ihrem Auto auf die Flucht vor den Flammen gemacht. Noch auf der Straße wurden sie vom Feuer eingeschlossen. Die Feuerwehr konnte am Morgen nur noch ausgebrannte Autos bergen. "In den Autos wurden 30 Tote gefunden, 17 Leichen wurden an den Straßenrändern geborgen. In abgelegenen, ländlichen Gebieten wurden zehn Todesopfer gefunden", so Gomes.

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Waldbrände in Portugal

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Eine Wand aus Rauch: Durch die Feuer verdunkelt sich der Himmel über dem Dorf Mourisco in Zentralportugal. Viele Menschen hatten auf ihrer Flucht vor den Flammen, mit dem dichten Rauch zu kämpfen. Die Sichtweite betrug teilweise nur wenige Meter. | Bildquelle: REUTERS

Ausgelöst wurde das Feuer der Polizei zufolge durch einen Blitzschlag. Am Samstagnachmittag habe sich über dem betroffenen Gebiet ein Gewitter entladen, ohne dass es dabei regnete, sagte der Direktor der Kriminalpolizei, José Almeida Rodrigues. "Alles deutet ganz klar auf natürliche Ursachen hin. Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde."

Unterstützung aus Frankreich und Spanien

Frankreich und Spanien entsandten Löschflugzeuge zur Unterstützung der portugiesischen Einsatzkräfte. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich angesichts des verheerenden Waldbrandes in Portugal "tief bestürzt" und bot der portugiesischen Regierung Hilfe aus Deutschland an. Auch Griechenland bot Unterstützung an. "Es sind erschütternde Bilder von eingekesselten Dörfern und Menschen, die dem Inferno auf der Flucht in ihren Autos zum Opfer gefallen sind", so Gabriel. Er habe dem portugiesischen Regierungschef Antonio Costa sein Beileid ausgesprochen und ihm "deutsche Hilfe und Unterstützung angeboten, wenn dies benötigt wird".

Staatstrauer in Portugal

Die portugiesische Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Regierungschef Antonio Costa sagte, die Zahl der Opfer könne noch weiter steigen. "Unglücklicherweise scheint dies die größte Tragödie in Hinblick auf Waldbrände zu sein, die wir in den letzten Jahren erlebt haben."

Auch beim Confed Cup am Abend wird der Opfer des Feuers gedacht: Die portugiesische Fußball-Nationalmannschaft wird bei der Partie gegen Mexiko in Kasan mit Trauerflor spielen. "Wir senden unser inniges Beileid an die Familien, Freunde und Angehörige der Opfer. Wir wissen zwar, dass bloße Worte ihren Schmerz nicht minimieren können. Aber wir werden sie heute auf dem Spielfeld in unseren Herzen tragen", heißt es in einer Mitteilung der Mannschaft.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich etwa 4000 Einwohner. Sie leben überwiegend von Land- und Textilwirtschaft. Die nahezu unberührte Natur mit Lagunen und Stauseen zog in den vergangenen Jahren immer mehr Wanderer und Wassersportler an.

Karte: Portugal mit Lissabon und Pedrógão Grande
galerie

Das Feuer brach knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon aus.

Mit Informationen von Marc Dugge, ARD-Studio Madrid

Verheerende Waldbrände in Portugal
Marc Dugge, ARD Madrid
18.06.2017 18:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Juni 2017 um 16:25 Uhr.

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